Die Qual der Wahl - Farbgestaltung

Farben einsetzen - aber richtig. Für Ihr Raumkonzept können Sie sich an einfachen Kontrast-Grundsätzen orientieren. Je nach Einsatz der Farben erzielen Sie eine andere Raumwirkung. 

 
 

Innenraumgestaltung: gekonnte Kontraste

Farbe bringt Stimmung in den Raum. Das ist auch im Entwurf wörtlich zu verstehen. Tasten Sie sich an die Farbstimmung heran, die Ihren Kunden anspricht. Wünscht er sich ein dezentes oder modernes, ein gemütliches oder repräsentatives, ein klassisches oder extrovertiertes Ambiente? Fragen Sie ihn – und untermauern Sie den jeweils genannten Stil mit Beispielbildern entsprechender Gestaltungen. So erhalten Sie eine erste grobe Richtung. Natürlich spielen auch die architektonischen Gegebenheiten und Lichtverhältnisse im jeweiligen Raum eine Rolle, ebenso wie die Nutzung und der Einrichtungsstil. Diese Basisdaten sind die Grundlagen Ihres Entwurfs. Jetzt kommt die eigentliche Farbgestaltung erst ins Spiel. Erläutern Sie Ihren Entwurf immer auf der Grundlage der Farbkontraste. Denn:

  • Durch Farbkontraste wird die Wirkung der Farben gesteuert.
  • Sie betonen, gleichen aus, gewichten, mildern und formen den Gesamteindruck.
  • Erst im Miteinander definiert sich der Farbenklang.
  • Grundsätzlich gilt: Starke Kontraste wirken laut und lebhaft – schwache Kontraste dagegen leiser, ruhiger und dezenter.

Entwerfen mit Farbkontrasten ermöglicht es Ihnen, das Gestaltungsziel zu erreichen. Welche wesentlichen Kontrastgestaltungen Ihnen als Werkzeuge zur Verfügung stehen, sehen Sie in der Übersicht.

Helligkeitskontrast

  • wichtigster Kontrast in der Farbgestaltung
  • Achtung: Sehr große oder sehr kleine Helligkeitsunterschiede ermüden das Auge
  • Mittlere Kontraste wirken angenehm

Komplementärkontrast

  • Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, steigern sich in ihrer Wirkung. Komplementärkontraste sind immer auch Kalt-Warm-Kontraste
  • Achtung: Eine harmonische Farbgestaltung entsteht durch den größtmöglichen Gegensatz und nicht durch Farbtonannäherung

Bunt-Unbunt-Kontrast

  • häufiges Gestaltungsprinzip, bei dem Weiß- oder Grautöne als neutrale Elemente mit einem Farbton kombiniert werden
  • Achtung: Berücksichtigen Sie unbedingt, dass die neutralen Farbtöne keinen „Stich“ in eine falsche Richtung haben, die mit dem Farbton konkurrieren
 

Kalt-Warm-Kontrast

  • Kalte und warme Farben in Kombination steigern sich gegenseitig in ihrer Wirkung
  • Achtung: Soll eine warme Raumstimmung gestaltet werden, gelingt dies leichter, wenn ein kühler Gegenpol mit eingeplant wird

Bunttonkontrast

  • Durch die Kombination gleich gesättigter Töne entstehen laute, fröhliche Farbstimmungen
  • Achtung: Harmonie entsteht, wenn es Parallelen in Sättigung und Helligkeit gibt. Werden die Farbtöne heller oder geringer gesättigt gewählt, wirkt der Kontrast leiser